Wie können deutsche Krankenhäuser krisenresilienter werden? Diese Frage beschäftigt derzeit zahlreiche Akteurinnen und Akteure im Gesundheitswesen. Eine aktuelle Studie im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zeigt deutlich: Die bestehenden Strukturen vieler Kliniken sind nur eingeschränkt krisen- und verteidigungsfähig. Um Bedrohungslagen effektiv zu begegnen, seien erhebliche Investitionen in Personal, Technik und Bauten im Gesundheitswesen nötig.
Das 36. Symposium Intensivmedizin + Intensivpflege greift dieses Thema in verschiedenen Programmpunkten auf. Von Mittwoch bis Freitag, 11. bis 13. Februar 2026, werden auf dem Fachkongress mit begleitender Industrieausstellung in den Hallen der MESSE BREMEN und im Congress Centrum Bremen rund 4.500 Mediziner:innen, Pflegende und Krankenhausbeschäftigte erwartet.
Medizinische Versorgung im Krisenfall
Krisen wie Naturereignisse, Pandemiegeschehen, Ausfälle kritischer Infrastrukturen oder kriegsbedingte Belastungen können das Versorgungssystem schnell an seine Grenzen bringen. „Da kann es zeitweise notwendig werden, von etablierten Standards abzuweichen, um die größtmögliche Anzahl von Menschen so lange wie möglich zu versorgen“, sagt Jürgen Schreiber von der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin e.V. Ziel des gesundheitlichen Krisenmanagements müsse es sein, durch Notfallplanung aller Akteure die notwendige Resilienz* zu schaffen, um in solchen Krisen gestärkt agieren zu können.
Eine der Herausforderungen ist beispielsweise die Personalverfügbarkeit. In der präklinischen Versorgung und im Katastrophenschutz wirken vielfach auch Ehrenamtliche mit. Dabei handele es sich oftmals um Personen, die hauptberuflich in Krankenhäusern oder im Rettungsdienst tätig seien, sagt Jürgen Schreiber. „Allein hier stellt sich die Frage, an welcher Stelle diese Mitarbeitenden in einer Katastrophe oder Krise tätig werden und wo ihr Platz leer bleibt.“ Beim diesjährigen Symposium wird Schreiber die Sitzung „Spotlight Resilienz‘ Medizinische Versorgung angesichts von Katastrophen, Krisen und Krieg“ moderieren. Diese soll den Teilnehmenden ein besseres Verständnis ermöglichen und gleichzeitig dafür sensibilisieren, dass die Vielzahl der Herausforderungen mitunter noch gar nicht transparent genug ist, um Resilienz stärkende Maßnahmen im Sinne des Notfall- und Krisenmanagements wirkungsvoll zu etablieren und zu unterstützen.
Infektionsmanagement unter extremen Bedingungen
In einer anderen Session liegt der Fokus auf infektiologischen Aspekten in Katastrophensituationen. „Im Falle beispielsweise einer Überschwemmung muss man sich auf ein anderes Keimspektrum, möglicherweise hohe Fallzahlen und infektiologisch besondere Fragestellungen einstellen“, sagt Prof. Dr. Rolf Dembinski, Mitglied des Programmkomitees und der Wissenschaftlichen Leitung des Symposiums sowie Leiter des WIVIM e.V. Entsprechend ungewohnt könnten auch die Maßnahmen auf Intensivstationen ausfallen. „Wir müssen infektiologisch vorbereitet sein und klar definieren, womit zu rechnen ist.“
Im Panel wird Dembinski als Intensivmediziner sprechen sowie eine Mikrobiologin, eine Chirurgin und ein Vertreter von Ärzte ohne Grenzen mit umfangreicher Auslandserfahrung. Letzterer wird im Panel aus erster Hand berichten, wie ärztliche Versorgung in Katastrophengebieten tatsächlich abläuft.
Bildungsurlaub und Fortbildungspunkte für Klinikbeschäftigte
Dabei sein lohnt sich in vielfacher Hinsicht: Von der Registrierung beruflich Pflegender (RbP) werden sechs Punkte pro Tag, zehn Punkte für zwei Tage und zwölf Punkte für drei Tage vergeben. Die Ärztekammer Bremen vergibt 18 CME-Punkte (sechs Punkte pro Tag) zur Anrechnung auf das Fortbildungszertifikat.
In vielen Bundesländern ist das Symposium als Bildungsurlaub anerkannt. Welche das sind, erfahren Interessierte auf der Webseite unter dem Stichwort Bildungsurlaub.
Die Online-Registrierung für das 36. Symposium Intensivmedizin + Intensivpflege ist ab sofort möglich. Das aktuelle Programm sowie weitere Informationen sind ebenfalls auf der Website sowie in der Kongress-App verfügbar. Gute Nachrichten für alle, die es nicht nach Bremen schaffen: Ein ausgewählter Teil des Programms wird an allen drei Veranstaltungstagen live gestreamt. Für den Livestream-Zugang kann sich ebenfalls ab sofort auf der Website registriert werden. Wer bis Februar mit spannenden Themen aus der Intensiv- und Notfallmedizin sowie Intensivpflege auf dem Laufenden bleiben möchte, kann den Podcast „Bremer Wortbote“ hören, den Newsletter abonnieren oder auf LinkedIn gehen.
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Passwort: Symposium_2026
Bitte nehmen Sie das 36. Symposium Intensivmedizin + Intensivpflege 2026 in Ihren Veranstaltungskalender auf:
Datum: Mittwoch bis Freitag, 11. bis 13. Februar 2026
Uhrzeit: 11.02.2026: 7.00 bis 19.00 Uhr
12.02.2026: 7.30 bis 19.00 Uhr
13.02.2026: 7.30 bis 16.00 Uhr
Ort: MESSE BREMEN, Hallen 4, 4.1 und 5 sowie Congress Centrum Bremen (CCB)
Preise: Es gibt vier Preisgruppen; Tageskarte ab 58 Euro
Mehr Infos: www.intensivmed.de
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Über das Symposium Intensivmedizin + Intensivpflege: Das Symposium Intensivmedizin + Intensivpflege hat sich in den vergangenen 35 Jahren zu einer der wichtigsten Plattformen der Fortbildung und des interdisziplinären Austauschs in ganz Europa entwickelt. Aufgrund des dynamischen Wandels in der Intensivtherapie, der sowohl Mediziner:innen als auch Pflegende und Mitarbeitende von Krankenhausverwaltungen ständig an ihre Grenzen stoßen lässt, sind hoch qualifizierte Fort- und Weiterbildungen enorm wichtig, um den hohen Anforderungen gerecht werden zu können. Der jährlich wiederkehrende dreitägige Kongress wird von drei Institutionen gemeinsam veranstaltet: dem Wissenschaftlichen Verein zur Förderung der klinisch angewendeten Forschung in der Intensivmedizin e. V. (WIVIM), der Bremer HCCM Consulting GmbH sowie CONGRESS BREMEN, M3B GmbH.
* Resilienz ist die psychische Widerstandsfähigkeit, die Menschen hilft, schwierige Lebenssituationen und Krisen zu bewältigen und sich davon zu erholen, ohne dauerhafte Beeinträchtigung zu erleiden. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Materialkunde und beschreibt die Eigenschaft von Stoffen, sich zu verformen und dann in die ursprüngliche Form zurückzukehren.
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