Syncro, xDrive, AllGrip, All-4, 4×4, 4Matic, 4Motion, 4Drive, Q4, Quattro – je nach Marke und Modellgeneration kursieren zig Namen für das wohl aufwendigste und teuerste Ausstattungsdetail automobiler Wunschzettel: den Allradantrieb. Dass er längst dem Abseits des Asphalts entwachsen ist, belegen seit rund 40 Jahren zahlreiche eher brave 4×4-Personenwagen – und noch eindrucksvoller die Leistungsgesellschafter mit Power auf beiden Achsen.
Letztere stehen im Mittelpunkt, wenn die Bremen Classic Motorshow von Freitag bis Sonntag, 30. Januar bis 1. Februar, in der MESSE BREMEN traditionell die neue Oldtimer-Saison startet. Die Sonderschau 2026 widmet sich 4×4-Performance-PKWs: Vom Traumauto mit Straßenzulassung bis zum kompromisslosen Renngerät. Von den 1930er- bis zu den 1990er-Jahren fährt die Klassiker-Messe an der Weser zwölf Hochleistungsallradler auf. „Welche, die durch legendäre Siege berühmt wurden. Aber auch solche, die sogar echten Spezialisten nahezu unbekannt sind“, betont Projektleiter Frank Ruge.
Die frühen Pioniere: Vom Jeep CJ-2A zum Land Rover
Dass irgendwann derartige Boliden mit hohen dreistelligen Leistungswerten und allen Vieren am Geläuf zerren würden, war im Wiegenalter des zivilen Allradantriebs nicht abzusehen. Die Typen, die die friedliche Nutzung jener Technik etablierten, dienten ganz bodenständigen Zwecken. Den Anfang machte 1945 die 60-PS-Volksvariante des US-Army-Jeep: der All-Terrain-Allrounder Willys CJ-2A. 1948 folgte der Land Rover mit 50 PS sowie der Hauptaufgabe, die britischen Kolonien von Westafrika bis Ostasien auch ohne Straßennetz zu motorisieren. Zwei Ahnen, nicht ahnend, welche Sphären die Idee ihrer Antriebstechnik dereinst erklimmen würden.
Allrad im Motorsport: Vom Experiment zur Rallye-Revolution
So erlebte der Motorsport immer wieder verwegene Versuche, die Drehzahl auf beide Achsen zu verteilen. Auf der Rundstrecke blieben sie bisweilen zahnlos; zumindest bei den federleichten Formel-1-Monoposti machte der Malus der Gewichtszunahme den Traktionsvorteil auf nasser Piste meistens zunichte. Doch im Rallyesport zeigte sich schnell die Überlegenheit der 4×4-Systeme, vor allem natürlich auf losem Grund, mit dem Antritt des Audi Quattro 1981. Im Fahrwasser seines Erfolgs keimten kurzfristig zig Allradler für den Straßengebrauch. Und wenig später beschleunigten auch Supersportwagen mit der Kraft der vier Reifen.
Von Porsche bis Lamborghini: Sonderschau zeigt seltene Exponate
Hochleistungsfahrzeuge mit Vierradantrieb, die abseits rauer Gelände groß auftrumpften: Dieser besonderen Spezies rollt die 24. Bremen Classic Motorshow den roten Teppich aus. Unter anderem zu bestaunen: der atemberaubende, nur 29-mal gebaute Porsche 959 S. Der Subaru SVX, der spannendste Serien-Japaner der 90er-Jahre. Der berühmte Opel Calibra V6 4×4 DTM. Der höchst exotische Jensen FF als 4×4-Pendant zum beeindruckenden Jensen Interceptor. Der nur zweimal gebaute Bugatti Type 53 von 1932. Der Ford RS 200 als Rallye-Prototyp der Gruppe-S. Das geheimnisvolle Unikat Lamborghini Diablo V16, ein Versuchsträgers des späteren Bugatti EB 16.4 Veyron. Der VW Golf II Bimotor, sozusagen das Doppelherz unter den Renngolfen. Der 1984er Audi Sport Quattro S1 der Rallye-Amazone Michéle Mouton.
Doch damit nicht genug: Auf 52.000 Quadratmetern in acht Hallen werden sich auch wieder unzählige klassische Automobile tummeln, denen eine Antriebsachse reicht. Von den vielen urigen Motorrädern mal abgesehen.
Die Bremen Classic Motorshow wird unterstützt vom Mercedes-Benz Werk Bremen, TÜV Süd und vom Nationalen Automuseum Collection Loh.
Mehr Infos und Tickets für die Bremen Classic Motorshow sind erhältlich unter www.classicmotorshow.de.
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